Übersetzung: Klaus Ebner

Del poemari inèdit Si goso dir-li un mot d’amant

Les poesies traduides per en Klaus Ebner es van publicar a la revista Drieschverlag

 

Marta Pérez i Sierra – Gedichte

Übersetzung: Klaus Ebner

(1)

Um mich zu wiegen, brauche ich nur das Blau;
auf weißen Wellenkämmen tanzend
knabbert es am Sand,
ganz wach in roten Fransen
schmilzt es in den Abend.
Sieh das Blau an meinen Fingern,
wenn ich dir schreibe.

Només necessito el blau per gronxar-me,
rabent en crestes blanques
en mossegar l’arena,
deixondit en serrells vermells
en fondre’s en capvespres.
Mira’m el blau entre els dits
quan t’escric.

(2)

Ich lebe in deinen Lippen.
Freude und offene Worte.
Ich lebe im höchsten Flug deines Lachens
und in der Verkürzung deines Leidens.
Ein Grinsen zwischen den Zähnen
erfinden wir den Atem von Neuem.

Visc en els teus llavis.
Delit i mots transparents.
Visc en el vol més alt del teu riure
i en les dreceres del teu sofriment.
Un rictus entre les dents.
Reinventarem l’alè.

(3)

Das Meer in mir, Orangen in der Hand
und nackt
– den Neopren vergaß ich.
Leidenschaftlich der Korallen Atemnot,
ich tauche ein, um dir die Liebe
in einen Kuss aus Sand und Salz zu schreiben.
Amphoren mit vergrabenen Worten angefüllt.
Oxyd der ausgewählten Verben.

Das Küssen lasse ich dort,
wo Stille und Wahn einander kreuzen.

Mar endins amb taronges a les mans,
nua
-he oblidat el neoprè-.
Apnea apassionada de corall,
em capbusso per escriure’t amor
en un bes de sorra i sal.
Àmfores curulles de mots soterrats.
Òxid en els verbs que recupero.

Deixo la besada a la cruïlla
del silenci i la follia.

(4)

Hortensien im Garten
der Schlaflosigkeit.
Meiner Sehnsucht leerer Raum.
Ich erschreibe mir die Abwesenheit.
Lies mich
in geheimnisvollen Wassern
und im Taschenspiegel der Nacht.

Hortènsies al jardí
de l’insomni.
Espai buit dels meus anhels.
M’escric absent.
Llegeix-me
en el secret de les aigües
i en el mirallet de mà de la nit.

(5)

Ich kenne dich in meinem Leib,
und in den Lidern, wo dein Name steht,
schwer wie Wasser.
Ich kenne dich in den Momenten, die du flohst
vor Blumennektar eines Zuges,
die Hände in den Taschen, ruhig.
Du glaubtest nicht an Ambrosia – sagtest du.
Ich verliere mich im unauslöschlichen
Tattoo, das ich im Gedächtnis trage.
Mit Whitman will ich fortgehen
– das braucht nicht vor dem Morgen sein –,
für ein Nickerchen auf einem Grashalm
und dich zu übersetzen, meine Liebe, das Blut,
das Leben.

Et sé en el meu ventre anhelós.
I en les parpelles, on s’ha fos el teu nom,
com un pes d’aigua.
Et sé en els moments que defugires
el nèctar de les flors del tren,
les mans a les butxaques, sedat.
No creies en ambrosies – deies -.
Em perdo en l’inesborrable
tatuatge que duc a la memòria.
Vull marxar amb Whitman
-no cal que sigui abans de l’alba-,
fer becaines en un bri d’herba,
traduir-te, amor meu, la sang,
la vida.

Autoreninfo:
Marta Pérez i Sierra, geb. 1957 in Barcelona. Studium der katalanischen Philologie. Arbeitete als Lehrerin und verfasste Unterrichtsleitfäden für den Sprach- und Literaturunterricht. Erhielt mehrere katalanische Literaturpreise.
Publikationen: SMS, erotische Lyrik (2002 und 2009), I demà, l’atzar, Erzählungen (2009).
Alle abgedruckten Gedichte stammen aus dem noch unveröffentlichten Band Si goso dir-li un mot d’amant, der beim Lyrikpreis Premi de Poesia Jordi Pàmias 2009 lobend erwähnt wurde.

 

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